LIBS Blog

Der Blog für lesbische und bisexuelle Mädchen, Frauen und Transgender

“Seit dieser Nacht war ich wie verzaubert” – Nach-Nachlese

3. Mai 2016 von libs

Eien kleine Anekdote darf noch zur Lesung im LIBS am 13. April hinzugefügt werden – letzter Artikel: Die Autorin Corinne Rufli hatte das Publikum aufgefordert, nach der Lesung noch zu Ricky ins La Gata zu gehen – sie wollte einmal die legendäre Damenbar sehen. Corinne erlebte dort, wie sie selber sagt, einen „unvergesslichen Abend“ mit schnulziger Musik, körperbetontem Tanz, sehr viel Gelächter – und tollen Frankfurterinnen!

Vielleicht ein kleiner Anreiz, das La Gata selbst mal wieder auszuprobieren. Und zumindest ein würdiger Anlass, sich legendärer Lesbenorte zu erinnern, die es leider fast nicht mehr gibt. Mit diesem Schlusswort sei an die LIBS-Subtour erinnert, die wir verschieben mussten:

LIBS Subtour NEUER TERMIN: Freitag, 19.08., 19.00 bis ca. 23.00 Uhr
Kosten: 12 EUR, Ermäßigung nach Absprache möglich
Anmeldung im LIBS: info@libs.w4w.net / 069 – 28 28 83

Subtour von EVA in Kooperation mit LIBS: Freitag, 17.6., 18.00 bis ca. 23.00 Uhr
Kosten: 5 EUR
Anmeldung im EVA! eva-frauenzentrum@frankfurt-evangelisch.de / 069 – 92 07 08 0

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Frauenliebende Frauen über 70 – Lesung mit Tiefgang mit Corinne Rufli

23. April 2016 von libs

Am Mittwoch, den 13. April veranstaltete LIBS einen Lese- und Gesprächsabend mit der Schweizer Autorin Corinne Rufli. Sie hat ein Buch veröffentlich mit dem Titel “Seit dieser Nacht war ich wie verzaubert” - Frauenliebende Frauen über siebzig erzählen. Elf Frauen erzählen darin ihre Lebens- und Liebesgeschichten. Es ist ein gleichzeitig ernstes wie heiteres Buch, reich an Lebenserfahrungen, Liebe, Umwegen; und die einzelnen Schicksale berühren, ohne zu beschweren.

Für die Schweiz wie für Deutschland gilt: Ältere Frauen, die Frauen lieben, sind in der Gesellschaft nicht sichtbar. Indem sie erzählen, ändert sich dies: Wir erfahren, wie sie auf ihr Leben zurückblicken, wie sie ihre Beziehungen in der bürgerlichen Enge gestalteten, wie sie einen Mann heirateten oder sich in eine Frau verliebten und wie sie heute leben.

Corinne Rufli erzählt, dass es ihr wichtig war, die Frauen mit eigener Stimme sprechen zu lassen und den von ihr transkribierten (Hör-)Text möglichst nah an der Sprache der Frauen zu verschriftlichen. Das ist geglückt. Es befindet sich ein Glossar am Ende des Buches, dass es den “hochdeutschen” Leser_innen ermöglicht, die schweizerischen Ausdrücke zu verstehen. Da die Frauen sehr konkret erzählen, ist es in keinster Weise schwierig, den einzelnen Geschichten zu folgen. Im Gegenteil, die Leserin lebt mit jeder Lebenserzählung ein kleines Stück Geschichte mit.

Für die Autorin war es ebenfalls wichtig, erzählt sie, dass es Fotos der Frauen im Buch gibt. Sie berichtet bei der Veranstaltung von der Entstehungsgeschichte und dass es ihr nicht schwerfiel, mit den Einzelnen ins Gespräch zu kommen, Vertrauen zu gewinnnen und die Frauen zum Sprechen zu bewegen. Das Zuhlören, sagt sie, sei eine wichtige Eigenschaft dabei. Hervorgegangen aus einer wissenschaftlichen Arbeit, ist das Buch heute ein Erfolg für den kleinen Schweizer Verlag “Hier & Jetzt”, denn die Lesungen sind sehr gut besucht und das Buch verkauft sich; mittlerweile ist schon die 3. Auflage in Arbeit.

Corinne Rufli im LIBS

Das Buch hat etwas ausgelöst in der Schweiz: die Vernissage wurde quasi gestürmt und viele Diskussionen über lesbische Liebe fanden nun plötzlich in der Öffentlichkeit statt. Ein Paar, Karin und Eva, die im Buch vertreten sind, wurden im Schweizer Fernshehen interviewt. Es wird deutlich, dass das Thema der frauenliebenden älteren Frauen eine starke Resonanz hervorruft und dass es Offenheit und Interesse dafür gibt. Bei den Frauen selber, die ihre Geschichten erzählt haben, erzählt Corinne Rufli, hat die Veröffentlichung ebenfalls Veränderungen bewirkt: Es seien positive Veränderungen in Richtung von mehr Akzeptanz und auch Stolz auf die eigene Geschichte.

In Deutschland gibt es bislang kaum Literatur, die biografisch die Lebenswege älterer Lesben dokumentiert und der Öffentlichkeit präsentiert. Aus diesem Grund war es LIBS wichtig, diesen Lese- und Gesprächsabend durchzuführen und so ältere Lesben mit ihren Lebensweisen sichtbar zu machen.

Mit 20 Besucherinnen war die Veranstaltung im EG der Alten Gasse 38 gut besucht. Dr. Doris Gruber stellte Corinne Rufli vor und führte ein kurzes Interview mit der Autorin, das ins Thema einführte. Den Hauptteil des Abends bildete die sehr lebendige Lesung, bei der Corinne Rufli längere Passagen des Buches vorstellte. Ein Gespräch mit dem Publikum rundete den Abend ab. Die zahlreichen Reaktionen und Beiträge der Besucherinnen zeigten, dass die Autorin und die Geschichten berührt haben.

Das Buch von Corinne Rufli kann im Buchhandel bezogen werden: “Seit dieser Nacht war ich wie verzaubert” – Frauenliebende Frauen über siebzig erzählen. Hier & Jetzt Verlag. 2015

Verlagsseite: Hier & Jetzt Verlag

Blog Lesbengeschichte in der Schweiz mit Infos zur Lesetour und zum Buch

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Selbstbestimmt Leben – Selbstbestimmt Sterben

13. Februar 2015 von libs

Veranstaltungsreihe für lesbisch lebende Frauen und Transgender zu Eingetragener Lebenspartnerschaft, Vorsorge, Sterben und Tod

Lesbisch lebende Frauen und Transgender haben sich häufig schon mit selbstgewählten und selbstbestimmten Lebensformen beschäftigt – wir wollen dies mit aktuellen Informationen und Raum für Austausch und Auseinandersetzung ergänzen. Dabei stehen existenzielle Themen im Fokus wie Tod und Trauer, aber auch Formen des gemeinsamen Lebens, der Versorgung und Vorsorge inner- und außerhalb einer Lebenspartnerschaft.

Alles Gleich?
Ehe und Eingetragene Lebenspartnerschaft

Vortrag und Diskussion mit Sabine Platt, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht
Welche rechtlichen Unterschiede gibt es? Passen die rechtlichen Regelungen für heterosexuelle Ehen für lesbische Paare und welche Möglichkeiten der privaten Gestaltung gibt es? Was bedeutet die Gleichstellung mit herkömmlichen Ehen an Rechten und Pflichten für die Beteiligten, insbesondere bei Trennung und Scheidung sowie im Todesfall? Diese und weitere Inhalte wird Sabine Platt ausführen, Teilnehmende können Fragen einbringen.
Termin: Montag, 2.3., 19.00 Uhr

Für sich und andere sorgen – Patientinnen-, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht und Erbrecht im Überblick

Vortrag und Diskussion mit Sabine Platt, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht
Was sind wesentliche Inhalte von Patientinnenverfügung, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht? Was ist bei der Erstellung von Verfügungen für den Notfall rechtlich zu beachten? Wo liegen die Unterschiede zwischen gesetzlicher und testamentarischer Erbfolge? Sind Besonderheiten für eingetragene, nicht eingetragene Lebenspartnerinnen
und allein lebende Frauen zu beachten? Diese und weitere Fragen zum Thema wird Sabine Platt beantworten.
Termin: Montag, 16.11., 19.00 Uhr

Leben ohne Dich – Ein Nachmittag für Frauen, die ihre Liebste durch Tod verloren haben

Der von der Bestatterin und Trauerbegleiterin Sabine Eller moderierte Nachmittag bietet die Möglichkeit, sich miteinander über den Tod der Geliebten, über den Verlust und die eigene Trauer auszutauschen. Es ist Ihre Zeit, bringen Sie Ihre Themen ein.
Termin: Sonntag 26.4., 15.00 bis 18.00 Uhr

Endlich Leben – Ein Gesprächsabend über Leben und Tod und die kostbare Zeit um Tod und Bestattung

Vortrag und Diskussion mit Sabine Eller, Bestatterin, Trauerbegleiterin, ehemalige Darmstädter Frauenbeauftragte
Jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens Verluste. Dieser Abend ist eine Einladung, sich den Themen Sterben, Tod und Leben zuzuwenden. Eine Gelegenheit, zu beleuchten, wie eine einfühlsame und respektvolle Begleitung beim Abschiednehmen und Sterben aussehen kann. Wie Übergänge gestaltet und Rituale gefunden werden können. Wie Gefühle, auch Ängste, Raum und Ausdruck bekommen können.
Termin: Mittwoch, 30.9., 19.00 Uhr

Eine Reise ins Ungewisse – Lese- und Gesprächsabend zum Thema Sterben und die Freiheit, selbst zu entscheiden

Lesung: Traude Bührmann stellt ihr neues Buch ‘COCKTAILSTUNDE’ vor
Begleitet von ihren engsten Freundinnen fliegt Charlott in die Schweiz. Früher war sie eine bekannte Performancekünstlerin und Autorin, doch ihre Auftritte und Bücher sind kaum noch gefragt. Auch eine fortschreitende Krankheit schränkt sie täglich mehr ein. Es geht um Leben und Tod und die Freiheit, selbst zu entscheiden.
Im Anschluss findet ein moderiertes Gespräch zum Thema statt.
Termin: Mittwoch, 6.5., 19.30 Uhr

Anmeldung + Veranstaltungsort: LIBS e.V., Alte Gasse 38, 60313 Frankfurt am Main, 069 – 28 28 83, info@libs.w4w.net

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GLEICH und GLEICH ist DIFFERENT?

20. Oktober 2014 von libs

Zwei moderierte Gesprächsabende  für beratende, therapeutische und pädagogische Fachkräfte

Gleich und gleich – Frau liebt Frau: Diese Tatsache erscheint vielen als kein Problem mehr. Unter der toleranten Oberfläche unserer multimedialen Gesellschaft finden jedoch zwingende Normierungen, Ausgrenzungsdynamiken und Diskriminierungen statt, die für viele nicht-heterosexuell lebende Menschen gelten, sie einschränken und auch verletzen. Fachkräfte im Beratungs- und Therapiekontext sind angehalten, mögliche Differenzen und Gleichheiten hetero-, bi- und homosexueller Klient_innen wahrzunehmen und eine eigene Position zu beziehen.  Wir wollen mit diesen Veranstaltungen Raum dafür bieten:

  • Lesbische und bisexuelle Frauen/Paare als Klientinnen zu fokussieren
  • Gleichheit und Differenz zu diskutieren sowie
  • Positionen als Berater_in oder Therapeut_in zum Thema Hetero-/Bi-/Homosexualität zu reflektieren.

Gesprächsabend 1: Mittwoch, 29.10.

Lesbische und bisexuelle Klientinnen in Beratung und Therapie

Im Fokus der Veranstaltung steht der fachliche Austausch zu Aspekten der Beratungs-  bzw. therapeutischen Arbeit mit lesbischen und bisexuellen Klientinnen. Als Einführung ins Thema dient ein kurzes Impulsreferat, das dann zusammen mit Ihren Praxiserfahrungen die Basis gemeinsamen Diskutierens und Austausches bildet.

Dabei können Fragen auftauchen wie: Gibt es überhaupt spezifische Bedarfe und Problemlagen lesbischer und bisexueller Klientinnen? Welche Gleichheiten, welche Ungleichheiten bestehen in Bezug auf Erfahrungen und erlebte Realität? Welche Berührungspunkte haben professionell Beratende und wie positionieren sie sich? Von welchen Vorannahmen, Überzeugungen oder (Un-)Sicherheiten gehen sie aus und wie bringen sie diese wieder in den Prozess ein?

Teilnehmende haben die Möglichkeit, eigene Fragen und Themen einzubringen und Beispiele zu diskutieren.

Gesprächsabend 2: Montag, 10.11.

Lesbische Paare in der Beratung

Auch in der zweiten Veranstaltung liegt der Schwerpunkt auf dem fachlichen Austausch. Im Fokus stehen lesbische Paare als Klientinnen der Paarberatung und Paartherapie. Das Thema wird in einem kurzen Impulsreferat eingeführt.

Im folgenden Fachgespräch mit den Teilnehmenden kann es um so verschiedene Aspekte gehen wie die konkreten Lebensrealitäten lesbischer Paare, in die Beratung eingebrachte Probleme und Themen dieser Paare, Sexualität/en, (nicht) spezifische Paardynamiken, mögliche Vorannahmen oder Haltungen gegenüber Frauenpaaren, gesellschaftliche Bilder sowie fachliche und mediale Konzepte lesbischer Paare.

Veranstaltungszeit: jeweils 19.00 – 21.00 Uhr

Ort:  EVA, Evangelisches Frauenbegegnungszentrum, Saalgasse 15

Kostenbeitrag: 15 EUR je Abend

Moderation und Impulsreferat: Dr. Doris Gruber und Heike Beck, LIBS e.V.

Veranstalterin: LIBS e.V. Infoflyer: Gleichundgleich

Bitte im LIBS anmelden! 069 – 28 28 83 / info@libs.w4w.net – oder über das Anmeldeformular im Flyer

Eine Veranstaltungsreihe mit freundlicher Unterstützung vom Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main

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Lesben und Kirche

23. September 2014 von Lina S.

Eines der meist diskutierten Themen bzgl. Homosexualität ist das Spannungsfeld Homosexualität und Kirche. Kaum einer Lesbe wird die Situation unbekannt sein, in welcher das Thema Glaube angeschnitten wird. So wurde auch ich in der letzten Woche in meinem Bekanntenkreis wiederholt mit dem Thema konfrontiert und konnte mein Entsetzen kaum verbergen.

Im ersten Falle wurde SchülerInnen einer sechsten Klasse im Biologieunterricht vermittelt, dass Homosexuelle ihre sexuelle Orientierung frei wählen können. Sie würden sich bewusst dazu entscheiden, als Frau eine Frau lieben zu wollen und als Mann einen Mann.

Im zweiten Falle wurde im Religionsunterricht einer achten Klasse kundgetan, dass gleichgeschlechtliche Liebe nicht gottgewollt sei und somit auch in Gesellschaft und Religion nicht anerkannt sein sollte.

Angesichts nicht nur dieser beiden Beispiele stellt sich mir die Frage, in welchem Schulsystem Kinder und Jugendliche unterrichtet werden, wenn sie solche Aussagen als Orientierung erhalten. Es handelt sich ja um Kinder und Jugendliche, die sich in den meisten Fällen vermutlich noch nicht weiter mit dem Thema Homosexualität beschäftigt haben – und wenn, dann möglicherweise, weil sie sich fragen oder vielleicht feststellen, ob oder dass sie sich zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlen. Angesichts solcher “pädagogischer Aussagen” besteht weiterhin die schon seit Jahrzehnten bekannte Gefahr, dass sich homosexuell orientierende Heranwachsende schämen, zurückziehen und durch Selbstverleugung krank werden. Und auch: dass sie häufiger als heterosexuell orientierte Gleichaltrige Suizid begehen. Angesichts dieser bekannten Zustände stellt sich mir immer stärker die Frage, ob die Menschheit nicht aus vergangenen Zeiten gelernt hat?

Während sich die Evangelische Kirche derzeit zumindest ansatzweise für die Rechte von Lesben und Schwulen einsetzt, scheint ein Umdenken der Katholischen Kirche noch weit entfernt. Hierbei kommen zwei unterschiedliche Orientierungen im Glauben zum Tragen. Die erste Einstellung ist diejenige, dass Homosexualität angeboren und nicht veränderlich sei. Die Evangelische Kirche in Deutschland formuliert die These:

Homosexualität ist eine Prägung , die unveränderbar ist und auch keiner Korrektur bedarf. Veränderungsversuche behindern oder verhindern die notwendige Selbstannahme. Sie führen nur dazu, daß Menschen deformiert oder gebrochen werden. (EKD)

Demgegenüber besteht die Ansicht, Homosexualität sei eine selbst gewählte Orientierung, welche einer Veränderung bedarf, über welche der oder die Homosexuelle zu einem erfüllten Leben gelange. (Vgl. ebd.)

Beide Ansichten können über unterschiedliche Bibelstellen belegt oder widerlegt werden. Doch sollte nicht bereits diese Tatsache dazu führen, Lesben und Schwule in der Kirche ebenfalls zu Wort kommen zu lassen? So schreibt die Bibel: „Liebe deinen Nächsten“ und unterscheidet diesbezüglich weder nach Geschlecht, noch nach Hautfarbe, noch nach sexueller Orientierung (vgl. http://www.bibel-online.net/).

Die evangelische Kirche geht bereits einen Schritt weiter. Sie stellt die Existenz der Kirche und deren Einrichtungen ohne Lesben und Schwule in Frage. So ist bekannt, dass bis zu 60% des Klerus, also der katholischen Geistlichkeit/Priesterschaft homosexuell sind (https://aktuell.evangelisch.de/). Weshalb jedoch versucht besonders die katholische Kirche, das Thema Homosexualität durch Hetze oder Schweigen zu verdrängen? Ist es die Angst vor dem Unbekannten? Die Angst, der Realität ins Auge sehen zu müssen? Sich eigene Fehler im Umgang mit gesellschaftlichen Minderheiten eingestehen zu müssen? Möglicherweise unchristliches Verhalten toleriert zu haben?

An diesem Punkt hilft wohl lediglich das Outing möglichst vieler Lesben und Schwuler, die aktiv glauben, um die Angst vor dem Unbekannten zu verringern. Es ist wohl keine Frage der Schuld, wer an welchem Punkt einen Fehler begangen hat. Vielmehr ist es das Verzeihen, das Christen besonders hoch ansehen, aber auch der Hinweis darauf, dass Gott die Menschheit geschaffen hat und alle seine „Schäfchen“ liebt. Hierbei schließt er keine Hautfarbe, keine sexuelle Orientierung aus. Wo also liegt das Problem in einem (kirchlichen) Miteinander?

Quellen:

http://www.bibel-online.net/suche/?qs=%22Liebe+deinen+N%C3%A4chsten+wie+dich+selbst.%22&translation=6 (Stand: 15.09.2014)

http://www.ekd.de/familie/44736.html (Stand: 15.09.2014)

https://aktuell.evangelisch.de/artikel/95471/ohne-homosexuelle-waere-die-kirche-aufgeschmissen (Stand: 15.09.2014)

Wir weisen an dieser Stelle auf eine Veranstaltung der Evangelischen Akademie Frankfurt hin: “Kirchliche Trauung homosexueller Paare? Eine theologische Stellungnahme” am 15.10. www.evangelische-akademie.de

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SUBTOUR

24. Juli 2014 von libs
Die Subtour – der LIBS-Klassiker seit 20 Jahren: Gemeinsam die Orte lesbischer Szene in Frankfurt entdecken, Neues erfahren, andere kennenlernen …
Dich erwartet ein gemeinsamer Streifzug mit anderen Frauen/Lesben durch die „klassischen“ und neueren Orte der Frankfurter Lesbenkultur.
Na, neugierig geworden?

Termin: Freitag, 1. August 2013
Beginn: 19 bis ca. 23 Uhr, Treffpunkt im EVA, Saalgasse 15, 60311 Frankfurt
Kosten: 10 EUR
Bitte im LIBS anmelden! info@libs.w4w.net / 069 – 28 28 83

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Homosexualität und Fußball …

1. Juli 2014 von Lina S.

… oder doch eher “Mannschaft Homosexualität” gegen “Mannschaft Fußball”?

Im Januar 2014 wurden die Diskussionen über Homosexualität im Sport, insbesondere im Fußball, durch das Outing von Thomas Hitzelsperger angetrieben. Sein letzter Verein war der FC Evelton bis September 2013, als Hitzelsperger seine Karriere verletzungsbedingt beendete. Die Diskussionen um das Thema lassen nicht nach: Nach den Olympischen Spielen in Sotschi diesen Jahres, in welchen der eine oder die andere SportlerIn ihre Solidarität gegenüber Lesben und Schwulen zum Ausdruck brachte, stellt sich nun die Frage, weshalb Homosexualität im Fußball auch weiterhin ein Tabu-Thema ist.

Die Brisanz des Themas wird besonders bei den Spielen der Mexikaner deutlich. Die gröhlenden Fanchöre, die den gegnerischen Mannschaften geschlossen “puto” entgegenschreien, was übersetzt so viel wie „Schwuchtel“ heißt, zeigen dies mit Nachdruck: ”puta” in der weiblichen Form heißt so viel wie „Nutte“. Der Ausdruck, der angeblich nur darauf zielt, die gegnerische Mannschaft zu verwirren, wird in seiner Bedeutung wie „Schwächling“ verwendet. Die Gleichsetzung eines „Schwächlings“ mit „Schwulen“ zeigt deutlich, dass Homosexualität im Profisport noch immer keine Akzeptanz erfährt.

Auch die FIFA schürt die Diskussion um Homosexualität im Fußball weiter. Ihr Argument: Da das Wort “puto” lediglich dazu verwendet werde, den Gegner zu verwirren, und die Bedeutung nicht auf der Aussage der Homosexualität liege, sei es den Fans nicht untersagt, “puto” gemeinschaftlich zu schreien. Die mexikanische Antidiskriminierungsstelle hingegen übte diesbezüglich Kritik an der FIFA – zu Recht, wie ich finde. Den ganzen Beitrag lesen »

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“Demo für alle” oder “Demo GEGEN sexuelle Vielfalt”?

16. April 2014 von libs

von Lina S.

Am 05. April 2014 fand in Stuttgart zum dritten Male die so genannte “Demo für alle” statt. Angelehnt an die “Manif pour tous” (übersetzt ebenfalls: “Demo für alle”) in Paris, zu welcher sich im Februar etwa 100.000 Menschen versammelten, protestierten in Stuttgart circa 2500 Menschen gegen den rot-grünen Bildungsplan in Baden Württemberg und die sogenannte “Frühsexualisierung von Kindern”.
Der Bildungsplan hat zum Ziel, die fünf Leitprinzipien “Berufliche Orientierung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Medienbildung, Prävention und Gesundheitsförderung, [sowie] Verbraucherbildung” um eine sechste Leitperspektive der “Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt” zu ergänzen. Den ganzen Beitrag lesen »

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Workshop “Kreativ biografisch schreiben”

17. März 2014 von libs

Hast du Lust zu schreiben und dabei eigene Erfahrungen zu verwandeln?

Der Workshop “Kreativ biografisch schreiben” richtet sich an lesbische und bisexuelle Frauen und Transgender, die Lust haben zu schreiben. Der Spaß an der Sprache, am kreativen Ausdruck und an den eigenen und fremden Wahrnehmungen, Fantasien, Gefühlen und Erfahrungen steht im Mittelpunkt.

Der kreative Umgang mit Erlebtem ist eine gute Grundlage zum Fantasieren, Neu-Konstruieren, dem Erfinden und Neu-Finden von Geschichten. Wir tauchen in Momente ein – und lernen Perspektiven zu wechseln, Gefühle zu verdichten, Distanzen zu verkleinern oder zu vergrößern. Wir machen den Text so, wie er uns gefällt. Impulse bekommen wir durch die eigene Beobachtung und Wahrnehmung oder auch durch kreative Anreize von außen, die Erfahrungen anderer oder “technische” Fragestellungen.

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Gewalt an Frauen – Ein ganzjähriger Nachtrag zum Frauentag

14. März 2014 von libs

von Lina S.

Eine Studie der „Europäischen Union für Grundrechte“, welche in der letzten Woche veröffentlicht wurde, untersucht die Gewalterfahrung von Frauen in Deutschland. Während die Gewalt an Frauen besonders aus den weniger entwickelten Ländern im Gespräch ist, rückt das Thema in Deutschland nur an bestimmten Tagen wie dem „ Internationalen Frauentag“ oder dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ in den Vordergrund. Dass auch in Deutschland jede fünfte Frau Gewalterfahrungen gemacht hat, wissen die wenigsten. Die Studienergebnisse umfassen alle Formen der körperlichen sowie der sexuellen Gewalt. Sie beschreiben die Gewalterfahrung von Frauen über deren gesamte Lebensspanne, wobei sich Gewalt in der Kindheit häuft.

Die Ergebnisse der Studie besagen im Groben:

  • 33 % der Frauen haben seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren
  • 12 % der Frauen waren in der Kindheit von sexueller Gewalt betroffen, die in der Hälfte der Fälle von fremden Männern ausgeübt wurde
  • 11 % der Frauen haben bereits unangemessene Annäherungsversuche in den neuen sozialen Medien erlebt oder erhielten E-Mails oder SMS-Nachrichten mit eindeutig sexuellem Inhalt. Unter den jungen Frauen (18–29 Jahre) waren es 20 % die bereits Opfer von solchen Formen der Online-Belästigung wurden
  • 67 % meldeten die schwerwiegendsten Gewaltvorfälle innerhalb einer Partnerschaft nicht der Polizei oder einer anderen Organisation

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